100 Songs

100 songs 4; Fotograf*in: Eunike Koscher
100 songs 4 | Foto: Eunike Koscher

Foto: Johannes Gellner

Hauptproduktion: 
2021/22

Premiere:
14.Jänner 2022 (ABGESAGT)

Weitere Vorstellungen:
14., 15., 16. Juni 2022, 18:00

 

Von 18 Produktionen im Bewerb wurde sieben von der Jury eine Auszeichnung zugesprochen, die zweithöchste davon ging an die Grazer Produktion „100 Songs“. DieJury 2022 bestand aus László Bagossy, Hauke Heumann, Laura Nemann, Murali Perumal und Julia Riedler.

Hervorgehoben wurde in der Laudatio u. a. die „besondere Ensembleleistung" und eine „höchste Durchlässigkeit“, verbunden mit „Sensibilität für einander“ und „Wahrnehmung im Raum“. Die KUG-Studierenden hätten den „Begriff >ENSEMBLE< so zu neuem Leben erweckt“.

100 Songs – dieser Titel scheint einen Liederabend oder ein Musical anzukündigen. Tatsächlich handelt es sich um einen episch-dramatischen Theatertext, den der Autor Roland Schimmelpfennig im Jahr 2018 als Auftragsarbeit für das schwedische Länsteater Örebro geschrieben hat. „Es ist nicht einfach, ein Stück über einen Anschlag zu schreiben“ sagt Roland Schimmelpfennig, der weder die fiktive Geschichte noch die konkrete Dokumentation eines terroristischen Anschlags vorlegen wollte. 100 Songs ist ein Requiem in gesprochener Sprache, beschreibt Schimmelpfennig, in dem Lieder „wie aus der Erinnerung angespielt, angesummt werden, als würde man sich überlegen, wie ein Lied klang, das man in einem bestimmten Moment gehört hat.“ Und so spult der Theaterabend die durchschnittliche Dauer eines Songs (ca.4 Minuten) immer wieder zurück zu einem Augenblick, an dem eine Tasse auf den Boden fiel und das Leben vieler Eilender, Liebender, Streitender, Verlassener, Wartender und Hoffender an einem anonymen Bahnsteig explosionsartig mit sich riss.

Der Regisseur Rudi Frey inszeniert den Theatertext mit den Studierenden des 3. Jahrgangs des Instituts Schauspiel der Kunstuniversität Graz. In den Proben hat Rudi Frey immer wieder beschrieben, dass ihn die Art und Weise fasziniert, in der die Verletzbarkeit des Lebens, die Relativität von zeitlicher Erfahrung und die Theatralität des Erinnerns in „100 Songs“ körperlich und räumlich spürbar wird. Die Bühnenbildnerin Eunike Sophie Koscher hat hierfür einen Bühnenraum entworfen, der Spielende und Zuschauende an einen gemeinsamen Ort des zeitlichen Stillstands, der Wiederholung und des Erinnerns verschlägt. Gemeinsam mit den KUG-Studierenden hat der Musiker Sandy Lopičić einen expressiven A-Cappella-Gesang entwickelt, der Körper, Stimmen, Rhythmen und Töne kraftvoll, performativ und gemeinschaftlich exponiert.


Regie:
Rudolf FREY

Bühne und Kostüme:
Eunike Sophie KOSCHER

Dramaturgie:
Daniel RADEMACHER

Musikalische Leitung:
Sandy LOPIČIČ

Regieassistenz und Abendspielleitung
Theresa JARCZYK

Ausstattungsassistenz:
Lukas TRAXLER


Schauspielstudierende der KUG:
Adele BEHRENBECK, Aron Elias Constantin EICHHORN, Irem GÖKCEN, Jennifer GROß, Anke Helen HOFFMANN, Sophie Charlotte KAISER, Alicia Sophie PECKELSEN, Max REHBERG, Magdalena Julia SIMMEL, Edgar Wolfgang SPROß

Fotos